Wochenschau Zartenow - Das Dorf verwaltet sich selbst
Seit dieser Woche entscheiden die Amtsträger mit. Wer ein Ehrenamt führt, bekommt die Beschwerden und Aushänge seines Fachs auf den Tisch und bescheidet sie selbst. Das Amt schaut nur noch zu. Vier Ämter sind frei, am Sonntag um 18 Uhr lost das Rathaus.
Was die Nachbarn treiben
Neu im Dorf: Lars G., Thomas T., Gudrun B. und Anna R. am Seeblick II. Am Schwarzen Brett: Susanne R. (Seeblick II 68) hat nachts unheimliche Geräusche am See gehört und fragt, ob es hier Wölfe gibt. „Rettet die Enten!“ Das Amt teilt mit: Wölfe gibt es im Landkreis, am Steg hat keiner einen gesehen. Enten haben Vorfahrt, auch nachts. In der Beschwerdeakte: Anna, Seeblick II 44: „Seit drei Tagen hat es nicht mehr geregnet. Meine Erbsen vertrocknen!!“ Bescheid: Das Amt hat den Sachverhalt geprüft und Regen festgestellt. Der Regen war rechtmäßig. Ricarda W., Seeblick II 88: „Ich hatte kuschliges, warmes Wetter bis Dezember bestellt.“ Bescheid: Für das Wetter ist das Amt nicht zuständig. Hannes Knie ist es, und das hat bereits entschieden.
Verdienste um das Dorf
Thomas T. (Seeblick II 72) ist am Samstag eingezogen und hat noch am selben Tag Gudrun B. ins Haus nebenan geholt. Das Amt kam mit den Urkunden kaum hinterher.
Was das Dorf beschließt
Beschlossen: Vom Kirchturm sieht man zuerst den See, 12 von 26 Stimmen. Die Dächer und die Straße nach Neustrelitz lagen gleichauf dahinter. Das Fenster wird danach ausgerichtet, sobald der Turm offen ist. Jetzt in der Versammlung: Was gibt es, wenn der Steg fertig ist? Kalter Hund für alle · Fischbrötchen vom Kutter · Kein Fest, alle gehen baden. Beschlossen wird auf Vorrat, gefeiert, sobald der Steg steht. Die Frist läuft bis 26. Oktober. Zur Versammlung Hannes Frage der Woche: Soll das Amt am Steg eine Nachtwache gegen Wölfe aufstellen? Ausgezählt ist die Fledermausfrage: Tutulla heißt sie, sagen zehn von siebzehn. Die Verwandtschaft hat sich durchgesetzt.
Neu im Amt
Das Amt hat in einer Woche mehr umgebaut als in den drei Monaten davor. Das Wichtigste zuerst:
Das Dorf verwaltet sich selbst. Jedes der zwölf Ehrenämter ist für ein Fach zuständig, Beschwerden oder Aushänge. Was dort eingeht, liegt in der Amtsstube des Amtsträgers. Er schlägt den Bescheid vor; widerspricht kein zweites Amt, gilt er nach einem Tag. Das Amt greift nur noch ein, wenn Namen oder Telefonnummern drinstehen. Wer so entscheidet und damit Bestand hat, wird Hilfsdezernent/in. Zum Rathaus
Ämter auf Zeit. Acht Wochen Amtszeit, sonntags um 18 Uhr lost das Rathaus die freien Ämter aus. Frei: Wegewart, Bankwart, Deichgraf, Feldbettwart im Gemeindehaus. Bewerben darf, wer drei Siegelmarken hat: einmal grüßen, einmal abstimmen, einmal beschweren. Die laufenden Ämter enden am 13. Dezember.
Die Ehrentafel. Jeder Einzug vor dem Steg stiftet eine Planke mit Namen. Dazu die Ämter, die Ehemaligen, die Straßenältesten. Zur Ehrentafel
Das Bauschild reicht weiter. Nach dem Steg kommen Kirchturm, Glocke und Dorfladen. Wer beiträgt, solange gebaut wird, bekommt die Marke des Vorhabens. Danach gibt es sie nicht mehr. „Enten haben Vorfahrt“ steht bereits drauf.
Montags drei Wege. Der Schreibtisch zeigt jede Woche drei Wege: ein Rundgang, eine Stimme, ein Dienst am Dorf. Wer vier Wochen lang alle drei geht, bekommt die Marke Sitzfleisch.
Neue Nachbarn, neue Post. Zieht links oder rechts jemand ein, liegt ein Schreiben im Briefkasten, mit Grüßen-Knopf.
Beschwerde zum Ankreuzen. Amtliche Tatbestände, vom Wetter bis zum Bademeister. Ein eigener Text bleibt erlaubt. Zur Beschwerdestelle
Alles auf einer Seite. Dienstgrade, Siegelmarken, Dienstordnung. Mitmachen
Hanne schreibt
Jetzt entscheiden die Ämter. Vierundsiebzig Jahre habe ich das Dorf allein zusammengehalten, sagt man hier, und ich habe nie widersprochen. Nun bescheidet der Bademeister die Beschwerden über den See, und ich lese es hinterher. Es ist in Ordnung. Ein Veto habe ich trotzdem. Das steht nirgends, aber jeder weiß es.
Susanne vom Seeblick hat nachts etwas gehört. Wölfe gibt es im Landkreis, das stand in der Zeitung. Bei uns am See war es eher der Hilfsarchivar, der den Kirchturmschlüssel ausprobiert. Die Enten haben trotzdem schlecht geschlafen. Ich auch, aber das lag am Knie.
Am Sonntag wird die Uhr zurückgestellt, um drei auf zwei. Das Rathaus lost um sechs. Wer um fünf kommt, ist zu früh, und das ist hier selten ein Schaden.
Bis zum Steg fehlen 9 Einwohner. Wer jetzt einzieht, bekommt eine Planke mit Namen. Kennen Sie jemanden, der seinen Namen gern auf einem Steg liest? Das Amt schreibt die Einladung, Sie nennen nur die E-Mail-Adresse: Ein Haus verschenken
Zum Buch: Die nächste Lesung ist am Freitag, 13. November, um 18 Uhr in der Alten Feuerwehr Mirow, mit der Buchhandlung Schmitt’s. Wer das Buch gelesen hat: Eine persönliche Rezension, auch eine kurze, würde den Autor freuen. Ein ehrlicher Satz genügt. Leserstimme schreiben · Buch bestellen
- Einwohner
- Das Dorf zählt 141 Einwohner. 4 Einzüge in den letzten sieben Tagen, mit Klingelschild: Lars G. (Seeblick II 71), Thomas T. (Seeblick II 72), Gudrun B. (Seeblick II 73), Anna R. (Seeblick II 74). 2 davon auf Einladung eines Nachbarn. Herkunft laut Formblatt: start (2).
- Bauschild
- Vorhaben Nr. 1, Instandsetzung des Badestegs: 141 von 150. Es fehlen 9 Einwohner. Von den letzten 43 Häusern vor dem Steg sind 34 bezogen.
- Post
- 29 Mitteilungen hat das Amt zwischen Nachbarn zugestellt, 17 davon Erwiderungen, von 17 verschiedenen Absendern. Mitgelesen hat das Amt nicht. 5-mal wurde etwas mitgebracht (17 Prozent der Post), 1-mal angenommen.
- Beschwerdestelle
- 3 neue Beschwerden, 3 Bescheide ergangen. Zurückgewiesen wurde wie üblich mit Begründung.
- Schwarzes Brett
- Ein neuer Aushang am Gemeindehaus.
- Dorfversammlung
- „Was gibt es, wenn der Steg fertig ist?“ – es tagt noch bis 26.10.2026, bisher 0 Stimmen.
- Hannes Frage der Woche
- „Soll das Fledermausmädchen im Kirchturm Tutulla heißen?“ – 17 Stimmen: 59 Prozent Ja, 41 Prozent Nein.
- Chronik
- 6 neue Einträge in Hannes Dorfchronik.
Gezählt vom Amt, maschinell. Der Text darüber ist von Hand.